Apps im Test – Bicycle Gears

Bei einem Neukauf oder dem Neuaufbau eines Rades spielt oft die gebotene Übersetzung eine große Rolle. Wieviel Gänge braucht man wirklich und was kann man damit leisten? Einen schnellen Lösungsweg bringen Smartphone-Apps wie Bicycle Gears. Wir haben die App getestet. Was sie kann, erfahrt Ihr hier.

Bicycle Gears – Die Richtige Übersetzung macht den Unterschied

So ziemlich jedem Radfahrer dürfte klar sein, dass man selbst bei identischen Bikes nicht immer auch eine identische Leistung bringt. Viele Faktoren spielen hier zusammen und die sogenannte „Gear Ratio“ ist einer der wichtigsten Punkte. Eine 27 oder 30-Gang-Schaltung kann unter Umständen nicht viel mehr bringen, als eine 14-Gang-Schaltung mit der richtigen Übersetzung. Man kann sich die Umlaufweite und Geschwindigkeit für jede mögliche Gangkombination eigentlich leicht ausrechnen. Dazu noch die Frequenz der Kurbelumdrehungen und voilà: Fertig. Leider sind wir alle keine Mathematik-Genies und können das vor Ort im Laden machen.  Seit vielen Jahren gibt es im Internet bereits Webseiten, die die Berechnung erledigen können. Einen ordentlichen Laptop mit Internetanbindung hat man beim Fahrradkauf aber auch eher selten dabei.

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Aber glücklicher Weise leben wir ja im Smartphonezeitalter und unsere kleinen Taschencomputer erledigen dies noch viel schneller mit Hilfe sogenannter Apps. Wir haben uns die App „Bicycle Gears“ aus dem Store für WindowsPhone heruntergeladen und getestet.  Diese oder ähnliche Apps gibt es natürlich auch für Android und iOS-Betriebssysteme. Einfach mal die Store-Suche bemühen.

„Bicycle Gears App“ im Test

Bicycle Gears in Apps im Test - Bicycle GearsGleich der Start der App fordert die Erstellung des Rades an. Da man verschiedene Räder speichern kann, bietet die App an, dem Rad einen Namen zu geben. Die Felder stiften ersteinmal Verwirrung, doch hinter jedem verbirgt sich ein Hilfefeld, mit vorgefertigten Einstellungen. Ein Klick hier öffnet entsprechende Auswahlfenster. (siehe Pfeile) So kann man schnell die passenden Räder, Kurbelarm-Längen und vor allem die Übersetzungen auswählen.

Zum Vergleich hat man das Rad idealerweise vor sich stehen. Den Reifenumfang findet man auf der Decke aufgedruckt. Die Kurbelarmlänge ist immer auf dem Kurbelarm auf der Innenseite eingeprägt und die Übersetzungen sind entweder auch aufgeprägt oder man hat einen Verkaufskarton der Komponente zur Hand. Das vergleicht sich schnell und gibt hier auch gleich die richtige Reihenfolge ins System. (Zum Vergrößern auf die Bilder klicken / zurück dann mit Browser-Zurück-Button)

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Ist das alles eingegeben, kurz abspeichern. Man kann sich nun die Werte des Rades ansehen und entsprechend deuten. Hier dann mal ein Beispiel, eines alten Stahlrenners mit Sora-Gruppe.

Wp Ss 20150426 0006 in Apps im Test - Bicycle GearsAuch kann man so schnell testweise mal Änderungen vornehmen, ob zu sehen, ob die die 100 Euro mehr für ein Ritzel hinten mehr oder eine 3fach-Kurbel statt 2fach wirklich im Speed etwas ausmachen. Letztlich kennt ja jeder seine geplanten Strecken schon im Voraus und auch seine Region. Eine 3fach-Kurbel macht beispielsweise im Flachland wie MV nicht wirklich viel Sinn. Ein Bayer hingegen würde mit meiner Übersetzung am Berg eher sterben.

Wp Ss 20150426 0007 in Apps im Test - Bicycle GearsNatürlich ist es wichtig, vorher schon den Einsatzzweck und das Gelände für das Rad zu kennen, doch diese App hilft nicht nur bei Rennrädern. Auch mit Trekking-Rädern und MTB’s, Crossbikes und Cyclocrossern ist man gut beraten, einmal kurz durchzuchecken, mit welchen Komponenten man hier mehr erreichen kann. Eine 53-11-Übersetzung ist hier in MV nicht unüblich und wird von Speedfahrern gerne genommen. In Sachsen oder im Schwarzwald schalte ich in den Gang dann eher nie. Da macht 48-13 dann doch mehr Sinn.

Ein großes Plus der App ist, die eingebaute Analyse nach unterschiedlichen Umdrehungsfrequenzen. Diesen Punkt mit einbezogen, lässt einem die Wahl der Übersetzung schon vor dem Kauf richtig einschätzen.  Man erkennt schnell, was man mit seiner bevorzugten Frequenz erreichen kann und kann dort durch einfache Umstellung der Übersetzung seine Trainings- oder Wettkampfziele verbessern. Es nützt ja nicht viel, wenn der optimale Speedbereich erst bei einer Frequenz erreicht wird, die man gar nicht treten kann. Dann lieber das Ritzel für den geeigneten Frequenzbereich anpassen.

Fazit:

„Bicycle Gear“ für das Smartphone ist enorm informativ und hilft, bei etwas technischem Verständnis, auch schon vor dem Kauf, die richtige Komponentenwahl zu treffen. Selbst im Fachgeschäft können die Werte schnel mal eingegeben werden und verglichen werden. Gleichzeitig kann sie auch ermuntern, die eigene Leistung durch – beispielsweise Frequenzerhöhung – zu steigern oder eben durch Umbau der Gruppe, um bessere Werte zu erreichen. Man benötigt die App jetzt nicht allzu oft. Sie ist für Neukäufer hervorragend geeignet und auch für Bastler, die sich Laufräder und Ritzel nach eigener Wahl selbst kaufen und zusammenstellen. Natürlich auch einfach als informative Quelle und mit einem Screenshot der Anzeige auch als Datenblatt für Gebrauchtfahrräder geeignet.

Hat was, meinen wir und wie immer: Ausprobieren hilft.