Das Ende der Rennräder kommt

Kaum ist ein Bügellenker an einem Fahrrad und die Brems-Schalthebelkombination klar erkennbar, handelt es sich um ein Rennrad. Richtig? Fast. So war es jedenfalls bisher. Doch das Ende der puren Rennräder ist bereits eingeläutet. Die Gründe und mehr ….

Stirbt das Rennrad aus? Techniktrends und mehr.

Noch vor wenigen Jahren stand der Käufer eines Fahrrades im Fachgeschäft eigentlich nur vor der Frage: „City-Rad, Mountainbike, Trekkingrad oder Rennrad?“ Der Markt war überschaubar und die Auswahl beim Freundlichen auch. Ein paar Highlights ragten immer hervor und der Rest war überwiegend ein Standardabwasch.

Doch inzwischen ist das Fahrrad nicht nur Trend, sondern auch Kult. Es ist Ausdruck einer Lebensphilosophie und auch Unterstüzter des wachsenden Gesundheits- und Fitnessbewusstseins der Menschen. Da die Bikeindustrie das sehr schnell erkannte, ist es eben nun beim Radkauf nicht mehr mit den 4 Dachgruppen getan. Das Schöne daran: Der Kunde hat mal wieder die Qual der Wahl.

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Rose MULTIROAD PRO SL – Rennsport in jeder Faser und dennoch kein Rennrad. Aber auf jeden Fall genauso schnell.

Zahlreiche Zwischenmodelle haben sich in die Fahrradreihen gemogelt. E-Bikes für die City oder für Touren und selbst als MTB, Fixies für die Puristen und hippen Stadtradler, sogenannte Fitnessräder, Cyclocrosser, Gravelbikes, CrossRäder, MTB’s mit mehr als der üblichen 26″ Reifengröße und eben auch die besagten Rennräder.

Ganz besonders leiden aber diese unter der Vielzahl an Angeboten und den verschiedenen Trends. Händler reden beim Jahresabsatz von Rennrädern inzwischen von einem verschwindend geringem Prozentsatz.

 

Warum ist das so?

Ganz klar. Rennräder schränken ein. Ein Grund, der der Bauform und der Materialverwendung geschuldet ist. Man ist mit einem Rennrad nicht wirklich flexibel unterwegs. Spezielle Rennräder, wie Zeitfahrräder oder die Aero-Klasse unterstreichen dies noch mehr. Das kaufen meistens nur noch Radsportler, die das wirklich benötigen. Niemand fährt mit einem Timetrail-Bike zur Arbeit. Auch schließt niemand sein 3500,-Euro Cervelo oder Cannondale in den Massenfahrradständer hinter dem Werktor an. Wer doch mit dem Rennrad zur Arbeit kommt, hat es meistens für die Bequemlichkeit mit einem anderen Sattel, Universalpedalen und breiteren Reifen angepasst.

Die Sportlichkeit auf zwei Rädern wird nunmehr auch von vielen anderen Rädern bedient, welche durch breitere Reifen und durchdachteren Geometrien zudem noch viel bequemer zu fahren sind. Cyclocrosser und Gravelbikes kommen mit +32mm-Reifen daher, die gegenüber den 23er, bzw. den inzwischen modern und gängig gewordenen 25er Bereifungen, noch einiges mehr wegstecken können und dabei gleich noch für mehr Komfort sorgen. Der Rennbügel mit der markanten Rennradtypischen Optik ist optional und längst nicht mehr Pflicht.

Das Understatement ist ein weiterer Grund für den Rückgang der Rennrad-Absätze. Die Bequeme Radgeometrie sorgt für viel mehr Komfort und wer sportlich aber unauffällig unterwegs sein will, greift zum Fitnessbike, welches dann im Regelfall gleich auch auf den rennradtypischen Lenker verzichtet. Gleich gut ausgestattet wie ein Rennrad und dennoch komfortabler und bequemer zu fahren, bringt ein Fitnessrad genausoviel, wenn nicht noch mehr Spaß, als ein pures Rennrad.

Die Schwemme an neuen Radtypen sorgt zudem für einen hochen Preisdruck. Ein Einsteiger-Rennrad ist für 800 Euro zu haben und taugt als Rennrad eben nur für Einsteiger. Zu schwer und die Komponenten meistens überaltert. Ein sportliches und citytaugliches Fitnessbike bekommt man in guter bis sehr guter Ausstattung hingegen schon für 600 Euro und man sieht nicht aus, als würde man für die Tour de France trainieren. Schon vom Preis her ein enormer Vorteil. Von den angesprochenen Komfortvorteilen ganz zu schweigen.

Stirbt das Rennrad aus?

Nein. Nicht ganz. Es wird immer Rennräder geben, die Freizeit- und Wettkampfsport möglich machen und durch neue Technologien immer wieder bahnbrechend diese Entwicklungen auch in die anderen Fahrradklassen weitergeben. Vor 10 Jahren kamen erstmals Scheibenbremsen an Mountainbikes auf und inzwischen sind sie auf Crossbikes, Rennrädern und Mountainbikes fast schon zur Serie geworden. Das Rennrad wird im Freizeitbereich und auch für den Tagespendelbereich mehr und mehr ersetzt. Beispielsweise durch das Rose Multiroad-Pro SL 2000, welches beim Onlineversender schon für 1186 Euro erhältlich ist. Top-Ausstattung und geringes Gewichtversprechen hier viel Fahrspaß in der Stadt und durch die Umgebung.  Doch sterben wird das Rennrad  davon nicht.

Die derzeitige Aufsplittung in verschiedene Bereiche im Fahrradmarkt zeigt nur die Fülle der Möglichkeiten, die es gerade gibt. Sie zeigt uns als Verbraucher, dass ein Rad immer mehr sein kann, als ein Fortbewegungsmittel. Dass man es für verschiedene Einsatzgebiete definieren und konfigurieren kann.

In ein paar Jahren werden sich diese Hybriden und verschiedensten Modelle möglicherweise (oder ganz sicher sogar) wieder vereinen und das ultimative Rad wird entstehen. Schnell, sportlich, bequem und mit allerbester Technik versehen. Die Innovationen aus den einzelnen Bereichen werden zusammenfließen und etwas entstehen lassen, was noch weit von unserer Vorstellungskraft entfernt ist.

Wir werden nur abwarten und bis dahin weiter in die Pedalen treten müssen.

Foto: Rosebikes.de / Multiroad Pro SL-2000