Fahrraddiebstahl steigt wieder – Tipps gegen Fahrradklau

Fahrräder werden wieder mehr zum Mitnahmeartikel. Leider nicht in Supermärkten sondern an den üblichen Fahrradständern in den Städten. Das Problem mit „Mein“ und „Dein“ ist auch in diesem Sommer ein Thema für viele Radler und Versicherungen.

Fahrraddiebstahl legt wieder zu – 100 Mio Euro Versicherungsschaden

Aktuell werden in Deutschland ca. 340.000 Fahrräder vermisst. So jedenfalls die offizielle Behördenstatistik. Die Dunkelziffer dürfte dabei weit darüber liegen, denn nicht jeder Verlust eines Rades wird auch bei der Polizei angezeigt. Als Radmagazin lehnen wir und mal nicht so weit aus dem Fenster, tippen aber trotzdem auf +/- 200%.

Natürlich ist der aktuelle Anstieg der Diebstahlsrate saisonal bedingt. Viele neue Räder auf der Straße und natürlich das passende Wetter macht bei den vielen Gelegenheiten eben auch Diebe. Die Versicherer  zahlten in den letzten 12 Monaten gut 100 Mio Euro an Schadenssumme aus. Im Bundesdurchschnitt tauchen von den gemeldeten Fahrraddiebstählen nur ca. 10% wieder auf. Der Rest verschwindet im Nirvana von Ersatzteillagern, im Ausland oder tut umgestrichen oder umlackiert weiter den Dienst als Stadtrad. Städte wie München, Magdeburg und auch Dresden können eine bessere Aufklärungsquote vorweisen, doch auch dort liegt die Chance auf die Rückkehr des Rades bei weit unter 25%.

Der ADFC fordert schon länger, ein bundeseinheitliches und offenes Register für gestohlene Räder. Privatinitiativen, wie beispielsweise Fahrradjäger.de oder andere gehen hier zwar in die richtige Richtung, sind aber bei weitem noch zu klein. Auch die Verknüpfung smarter Technologien hilft da aktuell noch recht wenig. So kann es durchaus vorkommen, dass man mit einem, in München gestohlenen Rad in Hamburg recht unbehelligt durch eine Kontrolle kommt und umgekehrt. Die Ermittlungsstrategien sind bei weitem nicht auf dem Stand der möglichen Technik.

Besonders beliebt bei Dieben sind immer mehr die eBikes und hochwertiges Gerät aus dem MTB / Cross-Bereich. Bei beiden Rädern ist es der hohe Anschaffungspreis, der hier den Dieb lockt. Mit der Zunahme der aktiven Radnutzung steigt im Grunde bei jedem Radler auch der Wert des Rades. 2500 Euro und mehr sind keine Seltenheit mehr. Moderne Komponenten und Technologien haben eben ihren Preis, bieten dagegen aber auch großen Komfort und viel Fahrspaß. Besonders dann, wenn man über die Sommermonate einen auf MdRzA  (Mit dem Rad zur Arbeit) macht. Da will man ja auch nicht unkomfortabel und abgekämpft ankommen.

Zunehmend ist auch die organisierte Kriminalität bei Fahrraddiebstählen. Recht gut organisierte Banden lassen ein gestohlenes Rad schon Minuten nach dem Bruch aus dem Verkehr in Lieferwagen verschwinden. So wird es garantiert nicht mehr gefunden und Dank Schengener Abkommen geht es meist auch unkontrolliert über die Grenzen. Hauptfluchtrichtungen sind dabei Polen und Südeuropa.

Im nächsten Teil geben wir Dir 3 wichtige Tipps, wie Du einen Fahrraddiebstahl vorbeugen kannst.