Rennrad / Fitnessbike – Einstieg schon ab 200 Euro

Wer sich das Ziel gesetzt hat, ab dem Frühjahr etwas intensiver Fahrrad zu fahren, liebäugelt oft mit einem neuen Bike. Wir haben absolute Billigheimer unter den Rennrädern und Sporträdern angesehen. Taugen sie für den Einstieg in den Radsport? Wir finden es heraus.

Schnäppchen für Rennrad- und Fitness-Einsteiger

Wo sucht man so richtige Billigheimer im Bereich Sportfahrräder / Rennräder? Richtig. Ebay ist auch hier wieder die Quelle der Wahl. Wir haben zwei richtige Schnapper gefunden und uns diese genau angesehen. Taugen sie für den Einstieg in die, doch zugegeben, durchaus teure Radsportwelt? Was kann man damit machen und wie lange hält es?

Gleich vorweg: Es geht hier wirklich um jemanden, der mehr mit dem Fahrrad machen will. Jemanden, der ein günstiges Fitnessbike sucht oder einige Kilometer Erfahrung auf einem Rennrad sammeln will, ohne dabei gleich volle Kanne in die Tasche greifen zu wollen. Es geht um den absoluten Einstieg, die ersten Kilometer und um sehr preiswerte Technik. Wir haben keines der beiden Räder unter realen Bedingungen getestet und kombinieren langjährige Fahr- und Testerfahrung mit den angegebenen technischen Daten des Herstellers.

Das Rennrad für 200 Euro

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Einsteiger-Rennrad von KS-Cycling

Unter B-Ware wird vom Radversender KS-Cycling auf der Plattform von ebay das Strassen-Rennrad Piccadilly für magere 199,-€ angeboten.

Die technischen Daten der Artikelbeschreibung lesen sich für Einsteiger recht gut. A-Head-Vorbau, 14-Gang Schaltung, Gewicht 14,5 kg, Shimano Tourney-Schaltung hinten, 23er Bereifung in 28″, M-TRAXX Rennreifen und Aero-Aluminiumfelgen mit Verschleißindikator.

Kann man damit als Einsteiger fahren?
Klare Antwort: Ja, man kann.
Wie gut es wird, steht allerdings auf einem anderen Blatt.

Das Angebot richtet sich, so der Anbieter, an Einsteiger, Anfänger oder Wiedereinsteiger. 200 Euro sind dabei ein richtiger Schnapper. So wenig Geld für Neuware gibt es nirgendwo. Über das Farbdesign läßt sich streiten, doch bei dem Preis kann man weder von Farbgebung oder Komponentenauswahl große Sprünge erwarten. Es ist ein sportliches Rad in Rennrad-Optik und könnte dem interessierten Radfahrer einen sehr preiswerten Einstieg in diese Sitzposition und längere Strecken durch die Regionen bieten.  Die Ritzelabstufung von 28-14 Zähne 7fach hinten und 48/38 Zähne vorne dürfte den alpinen Kunden bei dem Radgewicht allerdings reichliche Schweißströme auf Stirn und Arme treiben.

Lohnt ein Umbau und die Aufrüstung des Rades über die Saison mit besseren und leichteren Komponenten? Klare Antwort: Nein! Dieses Rad ist zum Fahren, den Einstieg finden und dann noch vor dem Sommer nach einem höherwertigerem Rad umsehen und dieses nur noch für die Stadt verwenden.
Fazit:
Den Ein- oder Wiedereinstieg findet man mit diesem Rad allemal. Es ist zum reinschnuppern, ohne viel Geld für Klickpedale, STI-Schaltbremshebel, Fahrradkleidung oder Rennradschuhe ausgeben zu müssen. Wer noch nicht weiß, ob ein Rennrad mit seiner spezifischen Ergonomie überhaupt etwas für ihn ist, findet es mit diesem Rad leicht und preiswert heraus. Wer nach großartig passender Ergonomie und erstklassigem Fahrkomfort sucht, ist hier nicht gut aufgehoben. Schon der Lenker zeigt dem „Wissenden“, dass er deutlich zu groß geraten ist in Reach und Drop. Dazu die fehlenden STI’s und die schwere Technik drumherum – Alles für den Einsteiger gemacht.

Das Fitnessbike für 200 Euro

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Fitnessbike für 200 Euro? KS-Cycling hat es im Angebot.

Mehr Spaß als das Rennrad dürfte sogar das Fitnessbike machen und für Touren bis zu 100km völlig ausreichend sein. Mit 196,41 Euro und kostenlosem Versand der absolute Schnapper! Es ist für den Anbieter KS-Cycling aus Wuppertal das Pendant zum entsprechenden Rennrad.

Der technische Aufbau ist auch ganz ähnlich dem des Rennrades, mit ein paar kleineren Veränderungen. Hier werkelt ebenfalls eine Tourney-Schaltung, die mit 21-Gängen umzugehen weiß. Dabei ist die Shimano-Schaltung in 3fach vorne und 7fach hinten geteilt. Durch die bessere Abstufung vorne mit 42-34-24 Zähnen ist es selbst in bergigeren Regionen etwas im Vorteil. Starrgabel, Stahlrahmen, Seitenzugbremsen vorne und hinten, ein flacher Lenker, Daumen-Bremsschalthebel-Kombination, ebenfalls mit Rennreifen in 23er Breite und einem Gesamtgewicht von 14kg runden das Angebot hier wieder ganz gut ab.

Ok. Es ist bei weitem nicht das leichteste Fitnessbike auf dem Markt, doch mit diesem Rad sind sämtliche Touren durch die Stadt oder mit Freunden problemlos realisierbar. Mit einem zusätzlichem Klemmschutzblech (z.B. SKS Blade) ist es auch schlechtwettergeeignet. Selbst Trainingsrunden von bis zu 100km zum Einstieg sind machbar. Upgrades braucht es nicht und qualitativ sollte es, bei gebotenem sorgsamen Umgang, auch eine ganze Weile halten. Die ergonomisch angenehmere Sitzposition dieses Bikes verschafft ihm gegenüber dem Rennrad sogar einen deutlichen Vorteil.

Gesamtfazit:
Eingen großen Vorteil haben beide Räder auf jeden Fall. Wenn man sie in der Stadt auf dem Weg zur Schule, Job, Uni oder für kleinere Fitnesstouren benutzt, ist es nicht unbedingt schlimm, wenn es geklaut wird. Der Preis ist verschmerzbar und ein Ersatz dadurch schnell beschafft.
Halten würden beide auch eine gewisse Weile ohne größere Reparaturen und einen gewissen Fahrspaß sprechen wir beiden Geräten auch nicht ab. Beide Sattel wirken für Kurzstrecken weich genug, dürften auf Langstrecken allerdings für Unbehagen sorgen.
Sie sind beide für Einsteiger mit Anfangsambitionen gebaut und das sollte man sich immer vor Augen halten. Bei einem lokalem Klub oder gar Event, sollte man sich damit allerdings lieber nicht sehen lassen oder gleich nach einem abgelegtem Gebrauchtrad eines Members fragen.
Ein Umbau ist teuer und unwirtschaftlich und vom Grundgewicht kommt man dabei auch nicht wirklich herunter. Beide Räder können bei entsprechender Nutzung sehr wartungsintensiv werden. Ein ordentlicher und pfleglicher Umgang ist auf jeden Fall geboten. Wartungsarbeiten sollten hier unverzüglich durchgeführt werden um Folgeschäden zu vermeiden.

Kauftipp oder nicht?
Ein paar Runden am Abend um den Block drehen? Schauen, wo man trainingstechnisch steht und vielleicht mal etwas Kraft und Ausdauer antesten? Doch, wir denken schon, dass man auch für diese Billigheimer einen Kauftipp aussprechen kann. Wenn Du ein Rad zum reinschnuppern brauchst, genau das richtige Gerät. Tendenziell eher sogar das Fitnessbike nehmen. Auch größere Strecken sind damit machbar und es braucht nicht ansatzweise über Upgrades nachgedacht werden. Ich glaube persönlich sogar, dass man den Kauf gar nicht bereuen würde. Man bekommt für richtig schmales Geld einen Rahmen mit Rädern, der tut, was er soll. Fahren. Nicht mehr und nicht weniger. Als Einsteiger genau die richtige Wahl, bevor man sich in das große Angebot der Mittel- und HighClass-Räder beim Fachhandel stürzt und da dann das Vierfache oder noch viel mehr auf den Tisch blättert. Falls die Möglichkeit besteht, werden wir uns demnächst mal so ein Radl zulegen und direkt live unter die Lupe nehmen.

Wichtig:
Auf allen Strecken bitte nur mit Helm fahren!

 

Bilder: KS-Cycling / ebay