Scott und BMC kaufen Bergamont Fahrrad Vertrieb

Man munkelt schon lange in der Branche und nicht wenige Fachhändler heizen mit Aussagen wie „Bergamont ist pleite“ die Gerüchteküche an. Jetzt bestätigt sich die Übernahme. Scott und BMC kaufen Bergamont aus Hamburg.

Scott Sports SA und BMC Holding Group kaufen Bergamont

Mit qualitativ hochwertigen Fahrrädern ist das Hamburger Unternehmen bergamont längst in der Branche bekannt. Coole Designs und viele Entwicklungen im Bereich Rennrad, MTB und Urban haben zahlreiche Kunden zu einem bergamont-Fahrrad überzeugt.

Offensichtlich scheint das für eine Alleinstellung auf dem Fahrradmarkt nicht mehr zu reichen. Jetzt bestätigten sich die Gerüchte, dass es im Fachhandel über bergamont schon länger gibt.

Die Scott Sports SA und die BMC Group Holding AG kaufen Anteile von bergamont. Die BMC Group steckt bereits seit 2008 im Unternehmen. Jetzt gibt es weitere Anteile. Geschäftsführer Beat Zaugg sagte dazu: „„eine im Markt etablierte und erfolgreiche Marke wie Bergamont die ideale Ergänzung des bestehenden Portfolios im Bereich Fahrräder darstellt. Insbesondere in Deutschland, Österreich und der Schweiz versprechen wir uns viele positive Synergien.“ Seit dem Einsatz der BMC in bergamont konnte die Marke weiter positioniert werden und der Umsatz sich fast verdoppeln. Vielleicht hat das jetzt doch nicht gereicht und deshalb diese Übernahme?

Ok. Synergien nutzt man ja bekanntlich am besten, wenn man sie sich passend macht. Jahrelange Berufserfahrung als Unternehmens- und Medienberater haben mir hier schon einige Kuriosa aufgezeigt. Was bleibt von bergamont übrig, wenn diese Synergien für BMC und Scott angepasst werden? Gibt es vielleicht in zwei oder drei Jahren kein bergamont mehr? Im Markt stellt sich bergamont eigentlich für die Händler als Umsatzträger dar. Die Produkte sind preislich für den Kunden interessant und grundsätzlich sehr wertig.

Was passiert?

Vorerst bleibt alles beim alten. Ein paar personelle Umsetzungen wird es sicherlich geben. Die Marke wird sicherlich auch 2016 noch neue Modelle bringen. Wieviele Modelle dabei als „Neu“ gekennzeichnet werden können und in welche Richtung der breiten Fahrradsparte es gehen wird, ist für Außenstehende noch nicht zu erkennen. Vielleicht folgt eine Spezialisierung auf einen bestimmten Radtyp um am Markt bestehen zu bleiben.

Wir werden es sehen.

übernommene Grüße

//O.F.

 

Update 02.Mai 2016

Seit einigen Wochen haben wir Kontakt zu bergamont um einen Biketest zu organisieren. Dabei soll es nicht ein High-End-Carbon-Rennrad werden, sondern eben eines dieser Umsatzträger aus dem Urban-Bereich aus dem Jahr 2015. Die Super-Dooper-Renner leisten sich sowieso nur wenige und sind hier nur nebenbei Thema.

Doch irgendwie scheint der Wurm drin zu sein. Trotz Telefonate und vieler Mails mit verschiedenen Entscheidern und Versprechungen, kommt hier auch nach mehr als 8 Wochen kein Bike zum Test an. Schade eigentlich. Werden wir in der Vermutung bestätigt, dass sich bei bergamont vielleicht schon bald nichts mehr dreht?

Dann sollte man sich als Radfahrer auch nicht wundern, warum so viele Hausmarken von Versendern, wie beispielsweise das Serious Rockville von fahrrad.de unterwegs sind und Kunden auch im Supermarkt ein Fahrrad kaufen. Wie gut, dass wir nicht Verkaufszwängen unterlegen sind. Vielleicht kann man es sich in Hamburg noch leisten, auf viele tausend Sichtkontakte für die Marke und entsprechend auch für das Produkt zu verzichten. Ich weiß es nicht. Mir soll es aber auch egal sein.  😉