Top 10 Upgradetipps für Cross- und Fitnessbikes

Wer im Herbst und Winter auch weiter mit dem Fahrrad unterwegs sein will oder muss und gleichzeitig nicht auf  MTB steht, findet bei den Crossrädern die richtige Alternative. Wir haben einige Upgrade- und Tuningtipps für Cross- und Fitnessbikes zusammengestellt.

Cross- und Fitnessbikes upgraden – 10 Tipps

Wer sich auch nur halbwegs mit dem Angeboten für Fahrräder einer speziellen Kategorie – in diesem Falle Cross- und Fitnessbikes – interessiert, luschert zwangsläufig auch bei den aktuellsten Modellen der Top-Marken. Da geht schon einiges und eine Innovation jagt die nächste. Leider sind diese Bikes nicht immer für jeden Erschwinglich oder der geplante Einsatzbereich oder die geplante Nutzungsintensität rechtfertigt den Preis einfach nicht. Oftmals ist es aber auch schlichtweg die Unterbringung des Bikes oder die zeitweise Anschlußmöglichkeit des Rades, der hier ebenfalls gegen die Anschaffung eines Top-Modells spricht.

Man muss eine Alternative finden, die der künftigen Nutzung und dem Budget entspricht. Genau dies ist auch der Grund, warum wir hier in diesem Magazin wohl eher nie die 4000-Euro-Bikes vorstellen würden. Gehen wir also standardmäßig von der Situation aus, dass Ihr ein 500 oder maximal 800-Euro-Fitnessbike habt und es verbessern wollt.

Was also tun?

Wir nehmen hier als Beispiel einmal unser CheckerPig „Vila“ zur Veranschaulichung.

Was bekommt Ihr bei einem Crossbike für 500 bis 800 Euro?

Alivio Fsa Xc Riserbar in Top 10 Upgradetipps für Cross- und FitnessbikesNatürlich bekommt man einen breiten Lenker. Lenker mit 600 / 620 oder gar 660 Milimetern Weite zeichnen diese Kategorie Rad aus. Crossbikes haben nicht zwangsläufig Rennrad-Lenker und entsprechende Schalthebel. Eine 3fach-Schaltung vorne ist auch immer mit dabei und hinten werkeln 8 Ritzel. Standardmäßig scheint hier bei fast allen Herstellern das HG-31 Ritzelpaket mit 32-11er Übersetzung der Favorit zu sein. Nicht schlecht, aber leider etwas schwer der Kranz. Die Abstufung hat grobe Sprünge, ist aber eigentlich für alle Wegeslagen gerüstet.

Rigida Zack in Top 10 Upgradetipps für Cross- und FitnessbikesIn der Preislage ist bei der Schaltung meist nur eine Alivio und bestenfalls mal eine Deore verbaut. In vielen Fällen  muss ein Crossbike auch in der Kategorie Fitnessbike herhalten und bekommt von den Herstellern daher auch eine Federgabel verpasst. Diese ist es auch, die das Rad dann auch über die 10-kg-Grenze hebt. Bei den Rädern gibt es entsprechend preiswert stabile, aber auch schwere Laufräder, die für den Anspruch eines Stadtrades genügen. Und wenn wir schon bei den Rädern sind, dürfen auch die Reifen nicht fehlen. Schwalbe Competition ist hier bei den Herstellern oft das  Maß aller Dinge. Für die Stadt reicht es und eine Wiese kann man auch mal überqueren, doch für Waldtrails oder dauerhaften Schotter sind die nicht unbedingt geeignet.

Federgabel Rst in Top 10 Upgradetipps für Cross- und FitnessbikesDie Pedale sind oft aus Vollstahl und manchmal auch aus Plastik. Gebremst wird mit Bremsen von Tektro oder Shimano. In der Preisklasse ab 700,-€ sind oft schon mechanische Scheibenbremsen verbaut. Der Sattel ist meistens auch recht weit und weich gepolstert um die urbanen „Fitnessaktivitäten“ bewerkstelligen zu können.

Soweit haben wir ein Fitnessrad, welches für viele hundert Kilometer Großstadtdjungel oder das Commuting gerüstet ist. Alles in allem aber tüffig und nutzbar. Fast. Es geht noch etwas besser und man ist immer gut beraten, wenn man sein Fahrrad mit einigen sinnvollen Upgrades aufrüstet. Das fördert die Performance am Rad, das eigene Vertrauen zum Untersatz und letzlich auch die eigene Fitness.

Upgrade- und Tuningtipps für’s Rad

Wer mit seinem Fitness-/Crossbike auch sportlich unterwegs sein will, sollte recht frühzeitig nach der Eingewöhnungsphase über einige Upgrades nachdenken, die die Fahrten angenehmer machen werden.

Schritt 0 – Ja, wir fangen diesmal bei Null an. Dieser Schritt betrifft das Setup. Wer sein Rad sportlicher oder regelmäßig auf längeren Strecken nutzen will, kommt oft mit einem „Serienrad“ nicht wirklich hin. Hier ist das Setup in Hinblick auf die gebotene Ergonomie besonders wichtig. Was zum Supermarkt reicht, kann auf den 15 Kilometern zum Job schon unangenehm werden. Lenkerdrehung, vielleicht ein kürzerer oder längerer Lenkervorbau, andere Griffe und die Satteleinstellungen machen hier einen wichtigen Punkt aus, den man vorher überprüfen sollte.

1. Schritt – Pedalen. Preiswert und sinnvoll kann man für 25,- Euro MTB-Pedale montieren. Die entsprechenden Schuhe (ca. 60,-€) vorausgesetzt, tritt man nun schon deutlich effizienter in die Pedale. Erste längere Strecken können kommen. Es lohnt sich wirklich.

2. Schritt – Wer mehr fährt, benötigt auch Verpflegung. Zwei Flaschenhalter für ca. 14,-€ aus dem Fachhandel halten hier die Getränkeflaschen sicher. Zwei Flaschen sind auch für knapp 15,-€ erhältlich, falls sie noch nicht irgendwo vorhanden sind.

3. Schritt – Wer nicht im Sportdress auf Trails fährt, wird sich über einen Spritzerfreien Rücken freuen. Ein Klemmschutzblech (z.B. SKS Blade für ca. 17,-€ beim Fachhändler) hilft hier schon sehr.

4. Schritt – Der Sattel muss zum Hintern passen. Also könnte hier recht schnell ein etwas besseres und gleichzeitig härteres Modell nicht nur das Sitzgefühl verbessern, sondern auch noch beim Gewicht +100 Gramm sparen helfen. 20 oder 30 Euro reichen durchaus für einen guten Sattel eines Markenherstellers.

5. Schritt – Sportliche Fahrweise auf längeren Touren erfordert die Voraussicht zu Eventualitäten. Diesen beugen wir mal mit einem Saddlebag (Satteltasche) mit Kleinwerkzeug (Reifenmontierhebel, Ersatzschlauch, Multitool) vor. Den Komplettsatz kann man schon für 10 bis 20 Euro im Fachhandel erstehen.

Darf es etwas mehr sein? OK. Jetzt wird’s dann doch teurer.

6. Schritt – Der oftmals viel zu schwere Laufradsatz lässt sich beispielsweise durch Fulcrum Racing 7 Laufräder ersetzen. Diese gibt es ab 159,-€ im Set und wahlweise auch für Felgen- oder Scheibenbremse. Fast ein ganzes Kilo kann hier gespart werden, wenn man – wie in unserem Fall – uralte Rigida ZAC2000 – im Originalzustand bekommt.

7. Schritt – Noch mehr Performance bringt der Austausch der Gabel. Federgabel raus und Starrgabel für Canti oder Scheibenbremse rein. Schon vom Gewicht her gibt es hier 1000 Gramm Ersparnis und vom Fahrgefühl gleich noch eine sportliche Schippe obendrauf.

8. Schritt – Nach einigen ersten hundert Kilometern stellt man schnell fest, dass die Reifen vielleicht doch nicht so optimal sind. Beim Händler gibt’s passenden Ersatz, der das Fahrverhalten auf den bevorzugten Strecken sogar noch verbessern kann. Aber Obacht – der Händler muss schon wissen, was Ihr mit den Reifen vorhabt, sonst bekommt Ihr wieder die CX Comp. Schwalbes „Racing Ralph“ oder der „Rocket Ron“ können hier gute und preiswerte Alternativen werden. Besonders dann, wenn man auch die Laufräder (siehe 6.) gleich mit austauscht.

9. Schritt – Die Schaltung funktioniert soweit? Es geht aber auch hier noch besser. Eine 105er-Schaltung vorne und hinten, ein anderes (vielleicht genauso abgestuftes) Ritzel hinten, eine 2fach-Kompaktkurbelgarnitur schlagen zwar mit gut 200 Euro zu Buche, bringen aber eine deutlich bessere Schaltperformance.

10.Schritt – Last but not Least – Es soll ja ein Crosser werden. Also bringt ein Rennlenker mit entsprechenden Griffen hier noch mehr Performance auf den Touren. Den Lenker bekommt man für ca. 40 Euro beim Händler. Teurer werden die passenden Schalthebel. Haben wir schon einmal die Schaltung gegen 105er getauscht, sollten auch die Hebel aus der Gruppe kommen. Gute 160 Euro sind für das Set noch fällig, wenn man sie im weit weiten Internet kauft. Zusätzlich benötigt man noch Lenkerband und ggf. Zuggegenhalter für die Bremsen und neue Seilzüge für Bremse und Schaltung. Auch dafür darf man nochmal 20 Euro hinlegen.

Und, was habt Ihr jetzt bekommen?

Das Resultat ist ein Eigenbau, der ergonomisch hervorragend angepasst ist und auch fahrtechnisch dem eigenen Anspruch gerecht wird. Dabei hat man zudem den Vorteil, dass man die Zusatzausgaben über einen gewissen Zeitraum strecken kann und auch verschiedenste Einkaufsquellen ausnutzen darf. Wenn man seine Investitionen geschickt plant, kann man aus einem 500,-€ Fitnessbike so mit ca. 300,-Euro mehr ein gleichwertiges 1100,- Euro-Rad machen.